Martin Stimming

Produzent & Musiker
Stimming | Credit: Stimming_Harun Hazar & Anna Chocholi
Stimming | Credit: Stimming_Harun Hazar & Anna Chocholi

Es sind nur wenige, die einen wirklich originellen Sound in die House-Musik einbringen - wenn es um Langlebigkeit geht und darum, dem Genre einen unverkennbaren Stempel aufzudrücken, muss schon etwas Neues auf den Tisch gebracht werden. Der Hamburger Produzent Stimming hat genau das in jungen Jahren getan und tut es immer noch, seit 15 Jahren. Seine akribisch produzierte und stets emotional geführte Musik hat Tanzflächen weltweit berauscht und diente als Kulisse für eine Reihe künstlerisch visueller Projekte. Durch die Kombination von elegantem Handwerk und mitreißenden, tiefgründigen Reflexionen hat Stimming einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Diese Handschrift und dieser Stil werden von den Fans gefeiert und finden in der Musikwelt große Anerkennung.
Als technisch versierter Produzent interessierte er sich schon immer für die neuesten Produktionstools und -geräte und dafür, wie diese sein musikalisches Lexikon erweitern können. Im Laufe der Jahre hat er sich mit Rezensionen zu diesen Geräte eine treue Fangemeinde erarbeitet. Stimmings konsequente Auseinandersetzung mit der Gemeinschaft der Musikschaffenden hat ihn zu einer vertrauenswürdigen und zentralen Stimme in diesem Bereich werden lassen. 2021 brachte er, zusammen mit DOCtron, seine eigene professionelle Musikhardware auf den Markt.
Bereits mit Anfang zwanzig begann Stimming, Musik auf dem Diynamic-Label zu veröffentlichen. Sein Durchbruch, der Hit Una Pena, ließ die elektronische Welt aufhorchen. 2009 erschien sein Debütalbum Reflections und erntete großen Beifall. Weitere Veröffentlichungen wie Liquorice, Stimming und Exodus festigten seinen Ruf als einer der spannendsten Produzenten seiner Generation. In seinen Kompositionen mischt er handgemachte Texturen, Field-Recordings und die neuesten Geräte und hat sich damit einen Namen als Dancefloor-Veteran und technischer Maestro gemacht. Im Laufe der Jahre veröffentlichte er zudem verschiedene Remixe für Größen wie u.a. Apparat, Claude VonStroke, Nina Kraviz, Stephan Bodzin und Kiasmos. 2016 veröffentlichte er die radikal konzeptionelle LP Alpe Lusia. Aufgenommen in einer abgelegenen Hütte in den Dolomiten, markierte Alpe Lusia einen Wendepunkt für Stimming, der von der Tanzmusik zu einer tieferen und viel reiferen Klangwelt überging. Sein sechstes Album Ludwig setzt den Weg fort, den er 5 Jahre zuvor begonnen hatte: die Musik von ihrer Funktionalität zu befreien, um freizulegen, was dahinter liegt. Das Album wurde von zwei Reworks EPs begleitet: Ludwig (Club Versions), für die Stimming Ludwig auf die Tanzfläche brachte, und Ludwig (Living Room Versions), für die er mit Kollegen und Freunden wie Telefon Tel Aviv zusammenarbeitete, um Ambient-Versionen seiner Stücke zu schaffen. Ludwig und die beiden folgenden Veröffentlichungen sind durch einen kontinuierlichen Sinn für die Erkundung interessanter und progressiver Gebiete mit seinem charakteristischen Sinn für Textur, Emotion und Entdeckung verbunden.

Neben der Veröffentlichung des Live-Techno-Albums Elderberry auf Awesome Soundwaves, dem Imprint von Carl Cox, wird Stimming im Jahr 2023 sein neuestes Projekt vorstellen, ein Werk, das ihn in eine völlig neue Richtung führt. In Zusammenarbeit mit dem renommierten NDR Vokalensemble und seinem Dirigenten Klaas Stok wird Stimming seine elektronischen Beats und Soundscapes mit der Harmonie des Chores verbinden. Mit diesem Projekt schafft der Produzent eine immersive Reise, die die unendlichen Möglichkeiten der elektronischen Musik mit der Kraft und Präsenz eines erstklassigen Vokalensembles verbindet.

 

Programm

-

Was kann man nicht sehen und ist trotzdem da? Was ist winzig klein, ganz weit weg und trotzdem wichtig für uns? Wie versuchen Forscher:innen, das Unsichtbare sichtbar zu machen?